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24.06.2008 WEBCAM Bergneustadt Hier können sie einen Blick auf Bergneustadt und seine Altstadt werfen. Die aktuellen Wetterdaten werden auch dargestellt. ![]() » --> Link Webcam 19.09.2003 Fachtagung in Bern - Über das Konservieren und Restaurieren von und mit Kunststoffen Der Schweizerische Restauratorenverband (SKR) und die Hochschule der Künste in Bern veranstalteten am 18. und 19. September 2003 in der Aula der Universität Bern eine Fachtagung mit dem Thema "Kunststoffe und ihre Erhaltung". Die Firma m. art preserving GmbH war dort mit einem kleinen Messestand vertreten. Wenn auch die Erhaltung von Objekten aus Kunststoff noch ein recht junges Themengebiet für uns ist, so verfügen wir auch hier über die ersten Versuchsprojekte im Langzeittest. Sollten Sie interessiert sein, dann fragen Sie bei uns an! Die kleine aber feine Fachtagung war für uns sehr hilfreich und wir freuen uns über weitere Kontakte aus dem Schweizer Nachbarland. ![]() ![]() 17.10.2002 Pyritkonservierung mit RP Pyritkonservierung Erster Erfahrungsbericht von Dr. Jens Lehmann von der Geowissenschaftlichen Sammlung der Universität Bremen: Problematik und traditionelle Methoden Pyritzerfall ist ein häufiges Problem in geowissenschaftlichen Sammlungen. Im Laufe der Zeit hat sich gezeigt, dass die Lagerbedingungen der Stücke mitentscheidend über deren Stabilität sind. Speziell die Luftfeuchtigkeit scheint grundlegende Bedeutung zu haben. Versuche haben ergeben, dass der Pyritzerfall bei einer höheren relativen Luftfeuchtigkeit als 60% verstärkt einsetzt. Bei dieser Luftfeuchtigkeit zerfallen verkieste Fossilien teilweise innerhalb weniger Wochen. Senkt man dagegen die relative Luft- feuchtigkeit auf unter 50% scheint der Pyritzerfall sich zu verlangsamen oder erst gar nicht zu beginnen. Daraus folgt, dass Pyritfossilien in einem konstanten Klima von 45% Luftfeuchtigkeit zu lagern sind um den Zerfall zu verhindern. Leider besitzen die wenigsten Sammlungen Möglichkeiten die Luftfeuchtigkeit zu kontrollieren, denn entsprechend geeignete Klimaanlagen sind sehr kostenintensiv. Aus diesem Grund werden in der Praxis meist folgende Alternativen favorisiert: 1. Die Tränkungen von Pyritfossilien mittels Lacken Leider sind diese Maßnahmen nicht von dauerhaftem Erfolg, wenn die Lagerbedingungen (relative Luftfeuchtigkeit) nach der Behandlung nicht entsprechend konstant sind, da viele der Lacke atmungsaktiv sind. Die Lacke stabilisieren das Fossil oberflächig, aber Innen zersetzt sich das Pyrit weiter. Selbst wenn der Lack luftdicht ist, wird er im Laufe der Zeit spröde und brüchig. Früher oder später versagt diese Methode ein Mikroklima zu schaffen. 2. Tränkungen mit Kunstoffen wie Mowilith und Epoxidharzen oder mit Wachsen Eine vielversprechendere Alternativmethode ist die Tränkung mit Kunststoffen, Harzen oder Wachsen. Die Fossilien werden mit dem dünnflüssigen Tränkungsmittel bedeckt und länger Zeit in einem Vakuum gehalten. Auch bei dieser Methode treten längerfristig die gleichen Probleme wie bei einer Lackierung auf. Einschweißen von Fossilien - ein neuer Konservierungsansatz Ein weiterer Ansatz zur Erhaltung von Pyritfossilien ist die Herstellung eines Mikroklimas frei jeglicher Reaktionsstoffe die den Pyritzerfall fördern. Dabei werden die zu konservierenden Stücke in eine luftdichte Folientasche mit Absorbern für Luftfeuchtigkeit und Sauerstoff gegeben. Die Tasche wird verschweißt und die Absorber binden die Luftfeuchtigkeit und den in der Tasche enthaltenen Sauerstoff. Das Ergebnis ist ein Klima mit minimaler Luftfeuchtigkeit und fast ohne Sauer- stoff. Unter diesen Bedingungen ist keine Oxidation, also auch kein Pyritzerfall mehr möglich. Der Schutz ist natürlich nur gegeben, wenn die Folie auch langfristig luftdicht sind. Normale Plastiktüten oder Gefrierbeutel sind aus Polyethylen und erfüllen diese Bedingung leider nicht und sind deshalb ungeeignet. Nur spezielle Mehrschichtmaterialen haben die benötigte Luftdichtheit. Die einzigen verbleibenden Schwachstellen sind die Schweißnähte. Diese müssen möglichst breit sein, um ein konstantes Mikroklima zu gewährleisten. Dies lässt sich aber nur mit Spezialgerät erreichen, handelsübliche Einschweißgeräte sind nicht geeignet. Erfahrungen der Geowissenschaftlichen Sammlung der Universität Bremen Ein Testlauf in der Geowissenschaftlichen Sammlung zu dieser Alternativ- methode begann am 21.01.2002. Es wurde pyritisiertes Fossilmaterial verschiedener Fundorte und - Horizonte in ESCAL-Taschen mit Absorbern des RP-Systems und Sauerstoffindikatoren eingeschlossen. Versuchsmaterial folgender Herkunft wurde verwendet (hauptsächlich Ammoniten): · Marnes Bleues (Apt/Alb), SE-Frankreichs (Raum Rosans) · Liasmergel (Toarcium), SE-Frankreichs (Mende, Truc de Balduc-Region) · Unterkreidetone (Valangin), N-Deutschland (Bückeburg) · Liastone (Pliensbachium), N- und S-Deutschland (Schwaben, Osning) Teile des Versuchsmaterials waren vorher mit den bisher üblichen Konservierungsmethoden behandelt worden (Wachstränkung, Neutralisation mittels basischer Lösungen, EATG-Behandlung). Alle in den Folien ver- schweißten Proben auch die sonst gar nicht behandelten zeigen bis jetzt (Stand: 17.10.2002) keine Zerfallserscheinungen. Aber auch die mit traditionellen Methoden behandelten Proben zeigen keine weiteren Zerfalls- erscheinungen. Nur bei unbehandeltem Material wurde eine Verschlechterung des Zustandes (Ausblühen, Risse) beobachtet. Schlussfolgerung Der Beobachtungszeitraum ist noch zu gering, um ein abschließendes Urteil fällen zu können. Jetzt schon sagen kann man das auf jeden Fall ein konser- vierende Effekt gegeben ist. Wie lange dieser anhält, und ob er den her- kömmlichen Methoden überlegen ist, lässt sich noch nicht sagen. Die Nachteile der Methode sind folgende: · Die Kosten für die Schweißpistole sind relativ hoch (Anmerkung Martel: Die Schweißzange kann jetzt auch gemietet werden) · Die Stücke können auch nicht mehr direkt vermessen, abgegossen oder ausgestellt werden solange sie eingeschweißt sind Die Verwendung von Folientaschen bieten folgende Vorteile: · Die Ansteckung ganzer Sammlungen durch infizierte Einzelstücke ist wirksam unterbunden. Im schlimmsten Fall zerfallen die Stücke in der eigenen Folientasche · Der Arbeitsaufwand ist geringer als für die Tränkung von Stücken · Die chemische Zusammensetzung der Stücke bleibt vollkommen unbe- einflusst. Jede weitere denkbare chemische oder physikalische Analyse oder Untersuchung bleibt möglich Geowissenschaftliche Sammlung der Universität Bremen Präparator Martin Krogmann/Dr. Jens Lehmann 17.10.2002 ![]() ![]() 12.10.2002 Feldeinsatz bei Nasshölzern - Mitterberg, Arthurstollen Schadgasabsorber und keramikbeschichtete Spezialfolien im „Feldeinsatz“ Im September 2002 wurden die archäologischen Ausgrabungen eines bronzezeitlichen Bergwerks im Arthurstollen am Mitterberg, im Rahmen eines Projektes der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, vom Deutschen Bergbau-Museum Bochum und der Universität Heidelberg in Zusammenarbeit mit der Salzburger Landesarchäologie aufgenommen. Die Neukonzeption dieser früher im kleineren Maßstab durchgeführten Grabung beinhaltete auch die konservatorische Betreuung bei der Lagerung der alten und aktuell geborgenen Nassholzfunde. Der Großteil der Nass- hölzer wurde mit Haushaltsfolie umwickelt oder in Gefrierbeutel mit Wasser eingetütet – eine schon seit vielen Jahren praktizierte einfache und billige Lagerungsmethode. Einige ausgewählte Fundstücke wurden in Spezialfolien, in Kombination mit Sauerstoffabsorbentien, eingeschweißt . Dazu wurden die Hölzer gemessen und gewogen, die ESCAL-Folien den Maßen entsprechend zugeschnitten und die Menge der RP-K Absorber berechnet. Die Funde wurden soweit eingeschweißt, dass eine kleine Öffnung zum Einfüllen der Absorber gelassen wurde. Die berechneten RP-K Packungen wurden dann zusammen mit einer Indikatortablette zu den jeweiligen Funden gelegt und die Folien gleich danach vollständig zugeschweißt. Die beschichteten gas- und dampfdichten Folien und das dazu eingesetzte Absorbermaterial wurden ursprünglich für die Elektronik-Industrie entwickelt. Unabhängig davon, ob es sich um ein elektronisches Bauteil, ein Kunstobjekt oder einem archäologischen Bodenfund handelt, der „kleinste gemeinsame Nenner“ ist wohl die Materie, die mit dem umgebenden Medium in Wechselwirkung tritt. Die sichtbaren Folgen sind Korrosion, bei organischen Materialien Ausbreitung von Mikroorganismen, Schädlingsbefall etc. Adäquate Lagerungsplätze unmittelbar nach der Bergung, kurze/gesicherte Transportwege und zeitig eingeleitete konservatorische Maßnahmen können jedoch diesen materiellen Zerfall eindämmen. Die Archäologie, die ohnehin mit „zerfallenen“ Objekten zu tun hat, muss die noch erhaltenen Informationen sicherstellen und bewahren. Archäologische Ausgrabungen werden nur selten unter Idealbedingungen durchgeführt; Zeit und Geld sind knapp bemessen, was sich besonders nachteilig bei der Fund- betreuung und Lagerung bemerkbar macht, die weit über den Grabungszeitraum hinaus kontinuierliche Kontrolle erfordern. Der Einsatz von Spezialfolien mit Absorbentien bringt vielerlei Vorteile mit sich. Eingeschweißte Objekte befinden sich in einer klimatisch stabilen, inerten Umgebung. Auch über einen längeren Zeitraum von mehreren Jahren kann die Folie das fehlende Depot ersetzen. Der Transport von nassorganischen Funden kann ebenfalls erleichtert werden; das Absorbermaterial und die Folien sorgen für gleichbleibende Feuchtigkeit, so dass der Fund nicht in wässriger Umgebung gelagert werden muss. Daher können auch längere Transportwege, z.B. wegen des reduzierten Gewichts per Flug aus entfernten Grabungsorten, bequemer bewältigt werden. Insgesamt ist die Verwendung dieser in der Archäologie noch jungen Verpackungsmethode positiv zu bewerten. Es bedarf jedoch eines längeren Zeitraumes, um die genauen Auswirkungen des Materials auf die Funde zu beobachten und auch auf mehreren Grabungen unter verschiedenen Be- dingungen den Feld- oder Untertage-Einsatz auszutesten. Kleinfunde bspw. sind schnell und einfach einzuschweiβen. Bei den gröβeren Gruben- hölzern jedoch erschweren Nässe, Schmutz und vor allem der Staub im Arbeitsraum, der sich auf den verhältnismäβig groβen Folienstücken absetzt, das Schweiβen merklich. Der Erfolg hängt nicht zuletzt auch von einer guten Zusammenarbeit und Routine der Mitarbeiter ab, die auf verfahrenstechnische Schwierigkeiten flexibel reagieren können und so aktiv zur Optimierung der Fundversorgung beitragen. Projekt der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Prähistorische Kommission: „Prähistorischer Kupferbergbau Arthurstollen“. (Durchführung: Deutsches Bergbau-Museum, Institut für Montanarchäologie und Universität Heidelberg, Institut für Ur- und Frühgeschichte, in Zusammenarbeit mit der Salzburger Landesarchäologie). RP-K für organische Objekte, ESCAL-Folie (aus Polypropylen, keramikbeschichtetem Polyvinylacetat und aus Polyethylen), Schadstoffindikator „eye“, spezielle Schweiβzange. Freundlicherweise von der Firma m. art preserving GmbH zu Testzwecken zur Verfügung gestellt. Der Bericht wurde von Frau Maruchi Yoshida verfasst, die derzeit als Studentin an der TU in München arbeitet. ![]() 10.05.2002 Mit dem RP-System gegen Brotkäfer - Einsatz im Museum Ludwig in Köln Als im Mai 2002 ein Bericht über das Museum Ludwig im Kölner Stadtanzeiger mit dem nachstehenden Abschnitt endete, ahnten die Brotkäfer noch nicht, dass sie bald zur Geschichte gehörten: „Improvisation steht zwar nicht in der Stellenausschreibung, ist aber von Nutzen. So stülpten die Depotverwalter einen weiteren Glasbehälter über ein gläsernes Objekt, in dem ein Künstler Müll zur Kunst erhoben hatte. Davor hatten die Insekten keinen Respekt - und erfüllten die Kunst mit neuem Leben" Im März 2003 entschied sich das Museum Ludwig in Köln verschiedene Objekte langfristig gegen Schädlingsbefall zu schützen. Insgesamt 7 Kunstobjekte organischer Natur wurden ausgewählt, wobei 2 bereits starken Brotkäferbefall aufwiesen. Darunter auch Armans „Poubelles“, eine Vitrine mit ausgeschüttetem Müll von 1960, in dem es fleißig von stegobium paniceums (Brotkäfern) wimmelte. Die Objekte wurden vorsichtig mit transparenten ESCAL-Folien umhüllt, da das System nur 100% in gasdichten Behältern funktioniert. Jetzt wurde die entsprechende Anzahl an RP-K Absorbern und eine Indikatorentablette in die Hülle platziert und die letzte Naht zugeschweißt. RP-K bindet den Sauerstoff auf unter 0,1%, sodass vorhandene Schädlinge nicht mehr überleben können. Zudem absorbiert es Schadgase, verändert aber nicht die Luftfeuchtigkeit, da viele organische Objekte ansonsten zerstört werden könnten. Nach 2 Tagen schlugen die Indikatorentabletten durch Farbumschlag um und zeigten somit an, dass der Sauerstoffgehalt auf unter 0,1% gesunken war. 1 Tag später meldete sich bereits die Leiterin der Restaurierung, Frau Christine Frohnert, dass in Armans Poubelles nichts mehr krabbelte. Die Objekte sind nun für viele Jahre vor weiterem Schädlingsbefall und Zerfall sicher geschützt. Da es das RP-System erst seit 1994 gibt, kann man die Dauerhaftigkeit bislang nur rechnerisch ermitteln. Wissenschaftler des Herstellers MGC gehen, je nach richtiger Anwendung und Dosierung, von 10 – 400 Jahren aus. ![]() ![]() |